la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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Editorial N°17, April 2008

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Von Frédéric Gonseth, Filmschaffender, Präsident CultureEnJeu, Mitglied des Initativkomitees und erster Preisträger des Prix Suisseculture 2008 und Gilles Tschudi, Schauspieler, Präsident Syndicat Suisse Film et Vidéo (ssfv),Vorstandsmitglied CultureEnJeu

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Bild © 2008, Nico

Als 2002 in Bern eine Revision des Lotterie­ge­­setzes ins Auge gefasst wurde, die auf eine Öff­nung und Privatisierung der Lotterien zielte, meldete sich CultureEnJeu, ein Zusammenschluss von Künstlerinnen und Künstlern aus der Romandie, zu Wort und bekämpfte dieses Revisionsprojekt erfolgreich. CultureEnJeu hatte damit einen ersten Teilerfolg erzielt, der in der deutsch­sprachigen Kul­turszene jedoch nur wenig beachtet wurde, weil die Bedeutung der Gewinne der Landes­lotterie für die Kulturförderung in der deutsch­sprachigen Schweiz nicht allgemein bekannt ist.Trotz der Sistierung der Revision des Lotterie­gesetzes bis 2011 stehen die Landeslotterien weiter­hin unter Druck. Zu viel Geld steht auf dem Spiel, und zu viele Akteure wollen einen Teil dieses Kuchens für sich abschneiden. Um den Begehrlich­keiten einen Riegel zu schieben, ist im April 2008 die Volksinitiative « Für Geldspiele im Dienste des Gemeinwohls » lanciert worden. Die Initiative, die gesellschaftlich sehr breit abge­-stützt ist, beabsichtigt nichts anderes, als alle Ge­win­ne aus Geldspielen für das Gemeinwohl einzu­setzen – so wie das bereits heute zur allgemeinen Zufriedenheit geschieht.

Die Sicherung dieser Gelder ist für die Kultur vital, denn es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die 150 Millionen Franken, welche jährlich alleine in den deutschsprachigen Kantonen für die Kultur zur Verfügung stehen, über die ordentlichen Budgets der Kantone abgerechnet werden können. Und dass die privaten Profiteure der liberalisierten Lotterien sich grosszügig für die Kultur einsetzen werden, wird wohl niemand ernsthaft erwarten. Die Liberalisierung der Lotterien wäre ein empfindlicher Schlag für die Kulturförderung in der Schweiz.

Deshalb braucht es eine erfolgreiche Initiative mit möglichst vielen Unterschriften. Sie soll zu einem starken Zeichen für die Beibehaltung des bisherigen Systems werden. Dafür setzt sich CultureEnJeu ein.

Die Entscheidung über dieses Anliegen wird das Stimmvolk treffen. Dank der Initiative erhoffen wir uns eine breite, von der Bevölkerung gestützte Debatte über die Verwendung der Lotteriege­winne. Eine Debatte, die bis anhin noch nicht geführt worden ist und welche zentrale Fragen klären wird: Wieso dürfen wir nicht akzeptieren, dass der Verlust der Spieler zu einem grossen Teil in die Taschen von international agierenden privaten Organisationen fliessen soll? Und wieso können wir auf das gut funktionierende System der Verteilung der Gewinne auf Kultur, Sport und gemeinnützige Projekte nicht verzichten? Weshalb dürfen wir jene Bereiche unserer Gesellschaft, die dieses Geld besonders nötig haben, auf keinen Fall schwächen? Es ist wichtig, diese Fragen zu diskutieren und Antworten zu finden. Kulturelle Vielfalt und kultureller Ausdruck sind zentrale Pfeiler unserer Gesellschaft. Und dafür lohnt es sich sich einzusetzen.

© Rédaction de CultureEnJeu. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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