la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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Medien Für Alle

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Medien Für Alle - Médias Pour Tous - Media Per Tutti

Ein Verein für die Verteidigung der Medien angesehen als öffentliche Dienstleistung

Was hat zur Gründung von Medien Für Alle geführt?

In der Redaktion der Zeitschrift Culture En Jeu haben wir uns bereits vor einigen Jahren damit auseinandergesetzt, dass die gedruckten Schweizer Zeitungen je länger je weniger rentieren. Wir sahen drei grosse Risiken auf uns zukommen: zum einen schlicht und einfach das Verschwinden dieser Medienprodukte, zum andern ihre Integration in eine internationale Gruppe, die weit von den Anliegen der Bevölkerung unseres Landes entfernt ist und schliesslich die Vereinnahmung durch politische Kräfte, die sich die Medien durch ihre Finanzkraft gefügig machen können.

Die Idee, einerseits (Qualitäts-)Information jenseits der Grabenkämpfe zwischen öffentlich und privat zu verteidigen und andererseits nach einer Form der Finanzierung von Journalisten zu suchen, die eine qualitativ hochstehende Berichterstattung gewährleistet, nahm im Januar dieses Jahres mit der Gründung des Vereins Medien Für Alle Gestalt an. Medien Für Alle ist ein politisches Projekt geworden, an dem Akteure aus der ganzen Schweiz teilnehmen, sowohl von Seiten der Print-Presse als auch aus der audiovisuellen Branche.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt ?

Wir wollen dazu beitragen, dass die Schweizer Medienlandschaft überleben kann angesichts einer ganzen Reihe von Bedrohungen. Die grösste ist sicher die Digitalisierung auf einem globalen Markt mit all ihren Nebeneffekten – die insbesondere in der Illusion einer vermeintlichen Gratisinformation gipfelt. Eine andere Gefahr ist, dass politische Kreise zunehmend Einfluss nehmen auf die Presse. Die Parteipresse der Vergangenheit wurde mit der Zeit entpolitisiert, aber jetzt sehen wir, dass wir uns wieder in die Gegenrichtung bewegen und grosse Gruppen eine Mehrheit der privaten Medien kontrollieren.

Um ein konkretes Beispiel zu nennen, müssen wir nur daran erinnern, dass The Sun, das äusserst populäre Boulevardblatt in Grossbritannien, das der multinationalen Gruppierung Murdoch angehört und dem sich ein ganzer Block anderer populärer Blätter angeschlossen hat, eine überaus aggressive Kampagne für den Brexit geführt hat. Dies zeigt das Ausmass möglicher Schäden, die eine einseitig und illiberal ausgerichtete Boulevardpresse sogar in einer soliden Demokratie wie Grossbritannien und im Internetzeitalter anrichten kann.

Glauben Sie, es ist möglich, die Print-Presse und die audiovisuellen Medien an einen Tisch zu bringen, um die Zukunft der Medienlandschaft gemeinsam zu denken?

Ja, das ist sogar unabdingbar. Es ist notwendig, um kontraproduktive Konflikte zu vermeiden, wie beispielsweise im Falle der Werbefenster. Diese sind im Begriff, den Grossteil der Fernseh-Werbegelder aus der Schweiz abzuziehen – die private Presse hat ihre Rolle in diesem Fall in den letzten 10 Jahren extrem schlecht gespielt.

Zunächst blieb sie gleichgültig oder gar feindlich gegenüber der SRG, als im Parlament das Radio-und Fernsehgesetz ausgearbeitet wurde, das den europäischen Sendern das Eröffnen von Werbefenstern in der Schweiz erlaubt. Dann hat sie den Blick abgewendet, als das RTS einen zweiten, symbolischen Kampf gegen M6 geführt hat. Diese Auseinandersetzung hat sie vor dem Freiburger Kantonsgericht verloren und wurde unerfreulicherweise vom Bundesgericht bestätigt. Und das, obwohl das Dossier sehr weit ging. Die ausländischen Fernsehsender strahlen nun auch Filme aus, deren Rechte sie eigentlich nur für Frankreich, Deutschland oder Italien gekauft haben. Die Schweiz toleriert, dass ausländische Sender auf den Schweizer Markt übergreifen, aber die Schweiz sollte auf keinen Fall zulassen, dass dieser Übergriff den französischen, deutschen oder italienischen Sendern erlaubt, hunderte von Millionen Schweizer Werbegelder einzukassieren.

Wie wird Ihre nächste öffentliche Intervention aussehen ?

Nach einem ersten, internen Seminar in Bern am 15. Juni und einer sorgfältigen Analyse der (alarmierenden) Situation der Schweizer Medien, wird Medien für Alle am 14. November in Solothurn aktiv. Unter dem provokativen Titel „Schluss mit diesen Schweizer Medien, für freie Sicht auf‘s (Internet-)Meer!“ werden vor dem Hintergrund eines Szenarios für morgen die wichtigsten Akteure aus der audiovisuellen Branche und der Print-Presse zusammengebracht.

Anmeldung für die Tagung vom 14. November in Solothurn (mit Simultanübersetzung) an : Sekretariat Medien für Alle - Deutschschweiz: silvia@mfa-mpt.ch

© Frédéric Gonseth. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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