la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
s’abonner

Disponibles en ligne

Afficher plus de numéros

Volkskultur ist Kultur für alle – von allen

imprimer imprimer

Volkskultur bedeutet Herkunft und Heimat. Der Begriff meint den respektvollen Umgang mit der Tradition und ihre sorgfältige Erneuerung und Weiterführung. Volkskultur ist keine Kunstgattung, sondern eine Haltung, welche massgeblich zum Zusammenhalt unseres viersprachigen Landes beiträgt. Volkskultur zeigt sich in einer grossen Vielfalt von Ausdrucksformen wie Jodeln, Singen, Tanzen, Blas- und Volksmusik, Trachten, Fahnenschwingen, Alphornblasen, Schwingen, Laientheater, Malerei, Scherenschnitt, Handwerk etc.


Als ehemaliger Kranzschwinger und Aktiv-Mitglied eines Jodlerchörlis bin ich mit der Volkskultur seit langem eng verbunden und ich kenne die Laienkultur sehr gut. Mein Wissen und meine Erfahrungen gebe ich gerne als Präsident der Interessengemeinschaft Volkskultur Schweiz und Fürstentum Liechtenstein (IGV) weiter. Mit meinem Amt als Nationalrat ist der direkt Kontakt zum zuständigen Bundesamt für Kultur und zum Parlament gewährleistet.

Die Interessengemeinschaft Volkskultur stärkt das Bewusstsein für die Bedeutung der Volks- und Laienkultur in der Bevölkerung, bei Politik und Medien. Wir erleichtern das Verständnis zwischen den Generationen, die von unterschiedlichen kulturellen Bildern geprägt sind. Wir vermitteln ein umfassendes Bild der Volkskultur und der regionalen Vielfalt in der Schweiz und arbeiten mit Radio, Fernsehen und anderen Medien zusammen, um der Volkskultur eine angemessene Öffentlichkeit zu sichern. Diese ist nämlich sehr wichtig. Die IG Volkskultur vertritt in Öffentlichkeit und Politik die Interessen der Mitgliederverbände und unterstreicht die Bedeutung von Traditionspflege und kultureller Laienaktivität für die nationale Gemeinschaft. Ebenfalls unterstützen wir die Pflege der Tradition, unterlassen es aber nicht, auch die Schöpfung von neuen Werken und Formen zu fördern.

Erwiesenermassen leisten die Laienorganisationen Hervorragendes. Besonders hervorheben möchte ich deren grosse soziale Bedeutung. Sie sorgen für den Zusammenhalt in der Bevölkerung, sie fördern die Integration und verhindern soziale Vereinsamung. Nirgends ist die Laienkultur so verbreitet wie in der Schweiz. Hier muss man sich nicht langweilen, niemand muss einsam sein. Zudem hat sie auch eine grosse wirtschaftliche Bedeutung, wenn man an die alljährlichen, Gemeinschaft stiftenden kulturellen Aktivitäten in der ganzen Schweiz denkt. Die IG Volkskultur möchte die Laienverbände gegenüber der professionellen Kultur stärken. Es braucht beides und beides ist gleich wichtig, es herrscht jedoch immer noch ein Ungleichgewicht. Wir möchten den Bund für die Laienkultur und vor allem für die Nachwuchsförderung sensibilisieren.

Früher besass die Volkskultur beim Bundesamt für Kultur keinen hohen Stellenwert. Zum Glück ist das heute anders und wir pflegen einen sehr guten Austausch, die Volkskultur wurde in den Amtsstuben „salonfähig“. So hat die IG Volkskultur von Pro Helvetia den Leistungsauftrag erhalten, den Volkskulturfonds zu verwalten. Aus diesem Fonds werden vornehmlich überregionale Projekte unterstützt, welche wiederum den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Sprachregionen fördert. Der bekannte, von Pro Helvetia geförderte Inlandaustausch von Werken der Hochkultur – Literatur, Musik, usw. – ist zwar verdienstvoll, trägt aber wenig zu einem Zusammenhalt bei, da er sich an dieselben kreativen Schichten dies- und jenseits der Gräben wendet und zum grossen Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Darum sind wir froh über den Volkskulturfonds für die breite Bevölkerung. Wir sind überzeugt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt mit einer Stärkung der Verbände der Laienkultur am besten gefördert werden kann.

Heute wird die IG Volkskultur in den Medien sehr gut wahrgenommen und bei den Ämtern sind wir gern gesehene Gesprächspartner. Seit einigen Jahren gibt es die Musikwelle und volkskulturelle Programme bei Radio und Fernsehen, wozu die IG Volkskultur massgeblich beigetragen hat.

Für mich ist die Förderung der Volkskultur ein zentrales Anliegen und ich freue mich, dass ich mich als Präsident der IG Volkskultur für den Zusammenhalt unserer schönen Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein einsetzen kann.

© Albert Vitali. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


Nos partenaires