la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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Was kostet es - was bringt es mir ?

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Die Diskussion über die Bedeutung des medialen Service public und der Grundversorgung aller Landesgebiete mit Information ist notwendig geworden. Und zwar mit all jenen, die sich nicht dafür interessieren.

Vor Ihnen liegt ein Heft voller Argumente für den gebührenfinanzierten Service public in den Medien. Für eine unabhängige SRG und für die Unterstützung der konzessionierten Privatradios und -fernsehstationen, die ebenfalls einen Informationsauftrag erfüllen. Ein über 40 Seiten umfassendes Plädoyer für eine von der Gesamtbevölkerung getragene Stütze der journalistischen Arbeit und Vielfalt, und mit ihr für die staatsunabhängige Förderung eines Kulturschaffens, das auch politische und wirtschaftliche Zusammenhänge kritisch beleuchten kann, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Seit Wochen, Monaten und teilweise sogar Jahren setzen sich die Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe von CultureEnJeu für diese essentiellen demokratischen Grundwerte ein – für die freie, letztlich unbezahlbare, weil nicht gewinnbringende Information aller Menschen in diesem Land, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihres Alters und ihrer Vermögenslage... Wie ging das nochmal mit den Menschenrechten? Der freie Zugang zur Information gehört dazu.

Noch vor zehn Jahren sorgte dieses Thema kaum für Reaktionen. «RTVG» war vor der Totalrevision 2006 eine Abkürzung, deren Bedeutung nur Wenige interessierte. Heute schreien viele nach einem «längst fälligen Mediengesetz», ohne zu wissen – oder wider besseres Wissen und also bewusst, dass wir längst eines haben. Eben jenes Radio- und Fernsehgesetz, RTVG, das zwar an die fortschreitende Digitalisierung und Globalisierung der Welt angepasst werden muss, in seinen Grundzügen aber gut, richtig und wichtig ist. Es garantiert unter anderem die politische Unabhängigkeit des öffentlichen Rundfunks – die von einigen Politikern nicht gerne gesehen wird. Die möglichst grosse politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit ist auch der Grund, weshalb der mediale Service public in der Schweiz nicht über den Staat und die Steuern finanziert wird, sondern über die Haushaltabgabe, die von einer nichtstaatlichen Firma, der Billag (und in Zukunft der Serafe), eingezogen wird.

Wer sich in den Sozialen Medien oder den Online-Kommentarspalten verschiedener Zeitungen tummelt, sieht eine Stimmung widergespiegelt, in der niemand mehr bereit ist, für die Werte der Gemeinschaft einzutreten. Eine Stimmung, die das eigene Konsumverhalten zum Mass aller Dinge erklärt und «den Anderen» nichts gönnt: «Ich fahre kaum Zug, da zahle ich doch für „die Anderen“ nicht den Ausbau der SBB», «ich schaue kein Fernsehen, dann sollen es „die Anderen“ auch nicht tun», oder auch: «Ich leiste mir Netflix (für die Serien), Teleclub (für die Spiel- und Dokumentarfilme), Sky (für den Sport), Spotify (für die Musik) und all die anderen privaten Bezahlkanäle, dann sollen auch „die Anderen“ für ihren Medienkonsum bezahlen». Auch das weiss man schon längst: All diese Sender bieten kein Vollprogramm und ihre Abos kosten rasch ein Vielfaches der zur Diskussion stehenden Radio-und TV-Abgabe.

In den Kommentarspalten werden Szenarien herbeigemalt, die nicht zu unserem demokratischen Selbstverständnis passen. Da präsentiert sich eine Schweiz, in der Kranke ihre Spitalkosten gefälligst selbst tragen und AutobesitzerInnen nicht mehr für die Bahn, dafür umso mehr für den Strassenbau bezahlen. Eine individualisierte Gesellschaft, in der am Ende nur jene profitieren, die über ein gut gefüttertes Portemonnaie verfügen... Wie ging das nochmal mit der überwindung der feudalen Besitz- und Machtverhältnisse in der Französischen Revolution? Gleichheit und Brüderlichkeit gehörten dazu.

Die Diskussion in den Leserbriefspalten und Online-Medien zeigt, dass es nicht genügt, mit diesem Heft die überzeugten zu Wort kommen zu lassen. Es geht vielmehr darum, die Inhalte dieser Zeitschrift breit zu diskutieren. Mit all jenen, die glauben, etwas zu sparen, wenn sie gegen die Erhebung einer Rundfunkabgabe stimmen und vor allem mit jenen, die sich nicht für die «No Billag»-Initiative interessieren.

Es geht darum, ihnen zu erklären, weshalb «No Billag» Tür und Tor öffnet zu einer politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme auf das, was wir von der Welt erfahren; auf das, was uns dann als wichtig verkauft wird und auf das, was uns – wie einst Brot und Spiele im alten Rom – bei Laune halten soll, damit wir den Mächtigen nicht kritisch auf die Finger schauen.

© Nina Scheu. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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