la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
s’abonner

Disponibles en ligne

Afficher plus de numéros

Schweizer Fernsehen & Schweizer Filmschaffen Eine langwährende Partnerschaft

imprimer imprimer

So ist es in allen „kleinen“ europäischen Ländern : In Belgien, den Niederlanden undin den Skandinavien : unterhalb der 10-Mio.-Einwohner-Grenze sind die öffentlichenFernsehanstalten die unumgänglichen Verbündeten des nationalen Filmschaffens.Warum?

Weil ein nationales Fernsehen durch Produktion und Ausstrahlung über seine Nation berichten muss. Es kann sich nicht damit begnügen die amerikanischen Serien, so brillant sie auch sein mögen, bis ins Unendliche zu wiederholen. Seine Aufgabe ist es, Geschichten für jedes Publikum zu erzählen und nicht nur für die Schlaflosen, die Filme und Serien auf VOD (video on demand) verschlingen. Nationale Filme oder Dokus auszustrahlen (dänische Filme in Dänemark, finnische in Finnland) ist weit mehr als simple „kulturelle Vielfalt“ oder „Aufgabe des Service Public“. Es entspricht einem tiefen gesellschaftlichen Bedürfnis : jenem des Widerspiegelns der Welt in der wir leben und nicht nur der Welt in der unsere Nachbarn leben.

Die Beziehungen zwischen Schweizer Kino und Schweizer Fernsehen folgen auch dieser Logik, aber mit einer viel komplexeren, multikulturellen Realität. Die SRG besteht aus 4 Einheiten, welche je einer der nationalen Sprachen zugeordnet sind. Jede Einheit hat die Aufgabe, Filme oder Dokus in ihrer Sprache zu produzieren oder koproduzieren, anhand von Mitteln, die der jeweiligen Bevölkerungsdichte entsprechen, und in Zusammenarbeit mit den Autoren, Produzenten, Interpreten und Technikern des betreffenden Sprachgebiets.

Diese Zusammenarbeit wurde im „Pacte de l’Audiovisuel“ festgehalten. Die Vereinbarung wird alle 4 Jahre zwischen den Parteien verhandelt, in der aktuellen Vorlage stehen CHF 27,5 Mio. zur Verfügung. Diese finanziellen Mittel werden unter den Einheiten für das Fernsehschaffen (die editoriale Verwendung liegt einzig in den Händen des Verantwortlichen jeder Einheit) und dem Filmschaffen (die editoriale Verwendung liegt in den Händen der unabhängigen Produzenten) verteilt. Somit wird, logischerweise, von den Einheiten mehr Geld in Fernsehproduktionen als in Filmproduktionen gesteckt und genauso logisch wird mit der Finanzierung festgelegt, wo das Werk als erstes öffentlich gezeigt wird : Im Fernsehen oder im Kino.
Jene Weltwiderspiegeln, inder wir selbst leben,und nicht nur dieWelt, in der unsere Nachbarn leben.
Diese Form der Zusammenarbeit – welche identisch mit anderen „kleinen“ europäischen Ländern ist – nimmt ihren Anfang in den 70er-Jahre : damals arbeiteten bei der RTS Alain Tanner, Claude Goretta und Michel Soutter. Die Produktionsgelder, die sie für ihre ersten Kinofilme erhielten, erlaubten den Durchbruch des „jungen Schweizer Films“ auf internationaler Ebene. Diesen Erfolg nutzten auch die Filmschaffenden der anderen Regionen des Landes, indem sie eine regelmässige Zusammenarbeit mit den anderen Einheiten der SSR auf die Beine stellten. In der deutschen Schweiz zum Beispiel, wird der Dialekt zum Eckpfeiler dieser Politik. Denn wenn das SF keine Dialektfilme produziert, wer macht es dann? Bestimmt nicht die deutschen Fernsehanstalten!

So hat sich im Laufe der Jahrzehnte zwischen dem Schweizer Fernsehen und dem Schweizer Kino eine erfolgreiche Zusammenarbeit ergeben. Gewiss hat sie nicht dieselben Farben ob in Genf, Zürich oder Lugano, da sie sich der soziokulturellen Wirklichkeit anpasst.

Die „No Billag“ Initiative ist ein Angriff auf das Herz dieser Einrichtung. Die Folgen wären das Verschwinden der SSR, eine Streichung von 25 % der Finanzierung des Schweizer Films und Dokumentarfilms sowie die gleichzeitige Zerstörung jeglicher Fernsehproduktionen. Wer wird am Tag nach der Abstimmung – sollte sie die Mehrheit davontragen – noch unsere Filme zeigen, wer unsere Geschichten erzählen? Die Fernsehanstalten der anderen Länder bestimmt nicht !

übersetzung: Irene Godel

© Denis Rabaglia. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


Nos partenaires