la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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Arbeiten Journalistinnen bei privaten Medien besser als bei öffentlichen ?

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Die Informationsfreiheit der Gesellschaft lebt von der Unabhängigkeit derJournalisten. Doch mit einer Annahme von „No Billag“ würde nicht nur dieSRG dezimiert, sondern es würde auch in allen anderen Medien schwieriger,als Journalistin, Journalist unabhängig zu arbeiten. Und damit steht die Informationsfreiheit jedes Mitglieds der Gesellschaft auf dem Spiel.

Sind nun Journalisten bei privaten Medien besser als bei öffentlichen? Natürlich! Und umgekehrt auch! Denn nur, weil man an beiden Orten eine gute Journalistin, ein guter Journalist sein kann, wechseln viele von privaten zu öffentlichrechtlichen Medien und zahlreiche wieder in die Gegenrichtung. Ihre Möglichkeiten und Grenzen sind je nach Unternehmenstyp andere, doch wo auch immer sie arbeiten: Gut sind jene, die – stets der Gesellschaft verpflichtet – so unabhängig wie irgend möglich berichten. Jene, die sich dafür einsetzen, dass ihre Arbeitgeber die innere Pressefreiheit respektieren und die Recherche ohne Rücksicht auf kommerzielle oder politische Interessen fördern. Jene, die einen hervorragenden journalistischen Job machen und sich dafür engagieren, dass sie und ihre Berufskolleginnen und -kollegen das auch in Zukunft tun können. Jene, die sich und ihr berufliches Umfeld immer wieder an die Berufsethik erinnern und sich so für noch mehr Unabhängigkeit der Redaktion einzusetzen.

Das tun die Kolleginnen und Kollegen bei der SRG genauso wie jene bei den privaten Medien. Doch was alle wissen: Je mehr der Druck auf die Stelle zunimmt, desto schwieriger wird es, die Unabhängigkeit zu bewahren. Durch „No Billag“ sind mehr als 2500 journalistische Stellen direkt bedroht. Aber nicht nur diese: Wenn 2500 Journalistinnen und Journalisten arbeitslos werden, platzt der Arbeitsmarkt aus allen Nähten. Der Druck auf die Kolleginnen und Kollegen, die in den noch verbleibenden Medien arbeiten, wird enorm ansteigen. Und Druck ist Gift für die Unabhängigkeit. Auch für Journalistinnen in privaten Medien würde es nach einer angenommenen „No Billag“-Initiative viel schwieriger, so gut zu arbeiten, wie sie es heute tun. Die Initiative würde der ganzen Branche einen bleibenden Schaden zufügen. Und verlieren würden am Schluss nicht nur die Journalisten, sondern alle, allen voran die Demokratie und die Gesellschaft.

Weil es nicht nur um einen Beruf, sondern vor allem um die Gesellschaft geht, stehen heute auch die Journalisten in der Verantwortung. „Die Freiheit der Information“ zu verteidigen, ist ihre edelste Pflicht aus der „Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten“. Wie und wann im Vorfeld der Abstimmung über die SRG berichtet wird, wird die Stimmung beeinflussen. Gut zu wissen ist also, dass auf die Journalistinnen und Journalisten Verlass ist – in allen Medien. Ob bei der SRG oder bei privaten Medien, sie handeln verantwortungsvoll und bedenken die Folgen ihrer Berichterstattung. Denn „die Verantwortlichkeit der Journalistinnen und Journalisten gegenüber der Öffentlichkeit hat den Vorrang vor jeder anderen, insbesondere vor ihrer Verantwortlichkeit gegenüber ihren Arbeitgebern und gegenüber staatlichen Organen.“ Auch das steht in der „Erklärung“.

© Urs Thalmann. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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