la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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Warum „No SRG“ der Medienbranche schadet

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Rachele Bianchi Porro präsentiert auf RSI das Kulturmagazin „Storie“. Franz Fischlin arbeitet als Redaktor der Tagesschau bei SRF. Laurence Bisang präsentiert bei RTS die populäre Radiosendung „Les Dicodeurs“. Die drei an der „Front“ stehen für viele Kolleginnen und Kollegen, welche bei der SRG arbeiten. Sie leisten oft Arbeiten im Hintergrund, die eine hohe Spezialisierung erfordern und üben viele verschiedene Berufsfunktionen mit hohem Qualitätsanspruch aus. Natürlich gibt es solche - zum Beispiel im Journalismus - auch ausserhalb der SRG. Ein Aus für die SRG und für die gebührenfinanzierten privaten Radio- und TV-Stationen hätte aber massive Auswirkungen auch auf die Arbeitssituation aller Medienschaffenden.

Mit „No Billag“ würden 6800 Arbeitsplätze direkt im Medienbereich zerstört. Davon abhängig würden indirekt weitere mindestens 6700 Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft vernichtet. Insgesamt rechnet eine Studie der „BAKBasel“ mit einem Arbeitsplatzverlust von mindestens 13‘500 Vollstellen. Diese bieten heute für 17‘000 – 20‘000 Mitarbeitende eine Beschäftigung. Zudem garantieren die 40 Millionen Franken, welche die SRG heute zum Schweizer Film beisteuert, weitere Beschäftigungen in der freien Szene.

Die Mitarbeitenden bei der SRG produzieren vor allem Programme, welche über den Markt alleine (Werbung, Pay-TV) nie und nimmer finanziert werden können. Deshalb auch die Gebührenfinanzierung. Ersetzt würden diese bedrohten Arbeitsplätze also kaum.

Wenn ein derart grosser Anteil von Arbeitsplätzen einer Branche verschwindet, geht die kritische Grösse verloren. Dies schwächt den Sektor, hier den Medienbereich, insgesamt.

Das alles hat im Mediensektor weitere strukturelle Auswirkungen, zum Beispiel auf die Ausbildung: Eine Ausbildung auf hohem Niveau macht nur Sinn, wenn reelle Chancen auf einen Arbeitsplatz bestehen. Abgesehen davon investiert die SRG selbst stark in die Ausbildung: mit hauseigenen Ausbildungsgängen in verschiedenen Berufen und mit Praktikumsplätzen; und auch über ihre Mitträgerschaft an den Journalismus-Schulen.

Die SRG definiert Berufsstandards der Branche wesentlich mit. Zum Beispiel durch Ethik-Richtlinien. (Die SRG trägt übrigens - auch finanziell - den Presserat mit.) Je weniger Medienschaffende und Medienhäuser solche Standards (bei Ausbildung, Ethik, Qualität) einfordern, desto eher droht die Gefahr einer Verflachung.

Das gilt auch für Anstrengungen im Bereich der Gleichstellung - die SRG gilt hier als Trendsetter. Das gilt auch für den Bereich der Arbeitsbedingungen. Die SRG hat mit dem SSM einen vorbildlichen Gesamtarbeitsvertrag abgeschlossen. Ein Wegfallen der SRG-Normen könnte auch hier für die Branche eine Nivellierung nach unten provozieren. Die SRG bietet heute vor allem im inhaltlichen Bereich sehr attraktive und spezialisierte Arbeitsplätze: etwa beim weltweiten Korrespondenten-Netz, in Spezialbereichen der Musikredaktionen, beim Dekorbau, für Multimedia-Elektroniker* innen, im Hörspielbereich, bei den Live-Produktionen von Skirennen, usw..
Ohne den Player SRG würden medialeBerufsfelder und entsprechendes Knowhow aus der Schweiz verschwinden, welche heute für die ganze Branche wichtig sind.
Nicht nur der Sportbereich zeigt, dass auch der technische Sektor der SRG ein weltweit anerkanntes Spitzen-Know-how erreicht hat - bis zu Eigenentwicklungen bei der Radio- und TV-Technologie.

Diese Standards und Qualitäten tragen zu attraktiven Programmen bei. Und – wichtig – zu diesen Qualitäten gehört ein weites Netz von direkten Kontakten in die Kultur- und Zivilgesellschaft. Täglich sind Mitarbeitende der SRG in Kontakt mit externen Kulturschaffenden und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Das bildet nicht nur die Kultur und die Debatte in der Schweiz ab, sondern vermittelt auch Inputs und Aufträge in dieser Szene.

Ohne den Player SRG würden mediale Berufsfelder und entsprechendes Knowhow aus der Schweiz verschwinden, welche heute für die ganze Branche wichtig sind. Eine Medienlandschaft Schweiz ohne SRG wäre derart klein, dass die einheimische Branche massiv geschwächt würde.

© Philipp Cueni. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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