la couverture du Culture En Jeu N°60

Le numéro 60 vient de paraître !

Au sommaire :

  • Édito : Descendre dans l'arène (Chantal Tauxe)
  • Dossier : 12 pages sur les Artistes engagés
  • Théâtre, le retour des troupes
  • La guerre des plateformes
  • À Villars-sur-Glâne en attendant Noël
  • Pratique du droit d’auteur
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„No Billag“ Wir sollen auf unsere Kosten sparen

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Der Abstimmung über eine Gebühr gebührt Aufmerksamkeit. Es steht viel auf dem Spiel. Die „No Billag“-Initiative gibt den Service public zum Abschuss frei. Der SRG sollen die Mittel entzogen werden, die ihr die Wahrnehmung ihres Auftrags möglich machen. Die politisch unabhängige und auch abseits des Kommerzes agierende SRG soll geschwächt werden zu Gunsten von privaten Anbietern, welche ausschliesslich profitorientiert oft politische Partikularinteressen verfolgen.

Die SRG bedarf unserer Unterstützung. Dazu gehören vernünftige Gebühren und ein dezidierter Abstimmungskampf. Der Köder „Einsparung“ ist immer verlockend. Es gilt klarzustellen, welchen Preis diese Sparpaket kostet. Es gilt aufzuzeigen, was wir preisgeben, wenn wir uns nicht wehren.

Service public: Medienarbeit im Sinne des Gemeinwohls. Ein Pfeiler, auf dem die schweizerische Demokratie gründet. Die SRG trägt zur Ausstattung von Bürgerinnen und Bürgern bei, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen. Ich zähle mich dazu. Sendungen des Radios der SRG sind Teil meines Tagesablaufes. Das „Echo der Zeit“, das „Wissenschaftsmagazin“ und Hörspiele gehören in meinen Stundenplan. Ich werde in meiner Meinungsbildung unterstützt, mein Weltverständnis erfährt eine Bereicherung und ich werde zur Selbstbesinnung angehalten. Im Welschen höre ich auf Espace deux „Babylon“ oder musikgeschichtliche Sendungen.

Am Fernsehen hat bei mir zugegebenermassen Fussball Priorität, dann „Tatort“ (sehr wohl auch der luzernische!) oder „Wallander“ (vom „Mentalist“ – Privatfernsehen! – ganz zu schweigen). Dann aber beschäftigen mich Dokumentar-, aber auch Spielfilme, von denen ich weiss, dass viele ohne SRG nicht einmal produziert werden könnten. Oder: „Sternstunde Philosophie“ und Reportagen, Sendungen also, zu deren Herstellung (auch dank unserer Gebühren) die SRG über Mittel, Atem und Kompetenz verfügt. Sie trägt hier auftragsgemäss zur Bildung und Kultur bei.

No Billag. Wunderbar. No bill. Es wird keine Rechnung gestellt. Womit müssen wir aber rechnen? Wir geben innerhalb einer verödenden Medienlandschaft eines der letzten Reservate preis, innerhalb dessen ein vielstimmiges und ausführliches Gespräch möglich ist, wo Widerspruch ausgehalten und nicht Gleichschaltung gesucht wird, wo Meinungsbildung und nicht Stimmungsmache das Ziel ist.

Ja zu „No Billag“? Fett gedruckt die Einsparung. Klein gedruckt die Liste dessen, was wir mit der Einsparung einkaufen: Mehr Fakes, weniger Fakten, mehr Schlagzeilen, weniger Analysen, schiere unbedarfte Behauptungen an Stelle von echten Kontroversen, Tratsch an Stelle von Informationen.

Die wuchtige Ablehnung der Initiative müsste die SRG bestärken, zunehmend wahrnehmbare Anpassungen an das Handelsübliche im Sinne ihres besonderen Auftrags zu meiden und in allen Bereichen im Sinne eines klaren Profils, der Unverwechselbarkeit und der Alleinstellung Zugeständnisse an Boulevardisierung und Kommerz zu beschränken. Nicht nur wenn Roger und Stan oder Laurel und Hardy mitwirken, wird ersichtlich, dass Qualität und Unterhaltungswert sich nicht ausschliessen.

Die schweizerische Öffentlichkeit hat ein Recht auf Zugang zu Informationen, deren Auswahl nicht von Privatinteressen diktiert wird, und zu einem Kulturschaffen, das nicht von kommerziellen Interessen dominiert wird. Dafür steht zum Beispiel die SRG. Die Medienoffensive der Milliardäre und der Rechtspopulisten – manchmal offen vorgetragen, häufiger verdeckt vorangetrieben - gefährdet nicht nur in der Schweiz zunehmend die Unabhängigkeit der Medien und die Vielfalt des Kulturlebens. Die SRG arbeitet in unserm Auftrag, sie ist für uns alle zuständig. Es ist an uns, jetzt für die SRG einzustehen.

© Daniel Fueter. Reproduction des textes autorisée uniquement avec l’accord de l’éditeur et avec la citation de la source. Les illustrations sont la propriété de leurs auteurs respectifs.


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